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    Ares Hjaldar de Borg

    Realer Name:
    Oliver Borgwardt

    Geburtsdatum: 19.2.1978

    Aktiv seit: 1997

    Realer Beruf:
    Historiker (M.A.), Journalist

    Dargestellte Person:
    Ares Hjaldar de Borg ist Nachfahre dänischer Siedler aus Nordjütland, die um die Jahrtausendwende in die Normandie kamen. Er wurde im Frühjahr 1158 geboren und mit 21 Jahren in den Ritterstand erhoben.
    Trotz seines Adelstitels verfügt Ares über keine großen Reichtümer. Sein Lehen besteht aus etwas Land an der Küste.

    Besondere Interessen
    (Mittelalter):

    Freikampf (Schwert, Lanze), Historischer Kontext und Recherche, mittelalterliche Kriegsführung, historische Küche

    Hobbies außer Mittelalter:
    Freunde treffen, Computer (Bildbearbeitung, Multiplayer-Spiele, Internet), Lesen (neben Sachbüchern z.B. Dale Brown, Tom Clancy, Wolfgang Hohlbein), Musik (meist Metal, Alternative, Industrial, Medieval), Konzerte/Festivals, Kino/DVD (zielloses Fernsehen habe ich mir abgewöhnt - keine Werbung, kein Talk mehr!)

    Anekdote:
    Helme mit Faceguard (Gesichtsplatte) sind unpraktisch. Man schwitzt unter ihnen, atmet Metalldunst ein und hat ein relativ beschränktes Gesichtsfeld, besonders im Kontrast zum typischen Nasalhelm.
    Als ich mir Ende 1998 meinen Helm zulegte, so tat ich das mit Rücksicht auf mein Gesicht. Denn wenn's auch nicht das schönste sein mag, es ist immerhin mein einziges.

    Dann kam 1999. Saisonstart in Freienfels. In der normannischen Schlachtreihe vorn dabei, bei glühender Sonnenhitze. Unter meinem Helm mischten sich Kettenöl, Schweiß und Kondenswasser zu einer schmierigen Flüssigkeit, die mir lauwarm über Stirn und Wangen lief und mir in die Augen tropfte. Der eigene Atem dampfte mir unter der massiven Gesichtsplatte ins Antlitz.


    Ausrüstung ca. 1150-1170

    Ich verfluchte meinen Helm. Die Körperwärme war mit drei Litern präventiv zugekippten Wasser und reichlich Schweiß im Gambeson noch zu ertragen, aber dem schwarz brünnierten Stahl auf meinem Haupt und vor meinem Gesicht widmete ich nahezu so zahlreiche Verwünschungen, wie dem staufischen Heerhaufen auf der anderen Seite des Schlachtfeldes.
    Ich wünschte mir, ich hätte mein Geld für einen simplen Nasalhelm ausgegeben, und beneidete Tankret, dessen Nasal kaum den schwachen Wind abhielt, der gelegentlich etwas Kühlung in die erhitzten Gesichter der Gewappneten blies. Aber ich hatte ja mal wieder was Extravagantes haben müssen!

    Schließlich rückten beide Schlachtreihen aufeinander zu. Schwerter klirrten, als die zahlenmäßig überlegenen Gelbschilde unsere Reihen durchbrachen. Die normannische Reihe hielt sich wacker, aber schließlich fielen zu viele aus. Drei bis fünf Treffer nahm man hin, dann sank man mehr oder weniger theatralisch zu Boden. Als "Toter" konnte man nun im Idealfall unbehelligt auf die Wassermägde warten, die mit überschwappenden Krügen zu den "Gefallenen" eilten, um die von der Hitze Gebeutelten zu erfrischen, und sich in der Zwischenzeit die Schlacht aus der Froschperspektive ansehen.
    Im ungünstigsten Fall aber, in meinem nämlich, geht man nach einigen Treffern gegen drei Gegner gleichzeitig zu Boden und befindet sich jetzt im toten Winkel inmitten der Schlacht. Überall hektische Bewegungen, (Schau-)Kampfgetümmel. Ich blickte nach oben, in der freudigen Erwartung, den strahlend blauen, wolkenlosen Himmel zu sehen, vor dem sich farbenprächtig Gewandete ein spannendes Kräftemessen liefern.
    Statt dessen sah ich zu meinem Entsetzen ein schuhförmiges Stück Leder, das sich zielsicher auf mein Gesicht zubewegte, danach gar nichts mehr, da meine Augenschlitze vom Schuh eines grob geschätzt 100 kg wiegenden Aktiven in voller Wehr abgedeckt waren - der Kerl stand (unbeabsichtigt) auf meinem Gesicht! Mein Kopf grub sich langsam in den staubigen Boden, und es wurde wirklich unangenehm, denn nachdem der Kollege im Kampfesrausch rückwärts auf mein Gesicht getapst war, schien es ihm dort zu gefallen. Völlig konzentriert auf seinen Gegner, stand er weiterhin mit einem Fuß etwas erhöht, während ich mich im gleichen Maße erniedrigt fühlte, sozusagen an den Boden gefesselt. Zum Glück machten ihn die magischen Worte "Mbbllmm gbllmm" (der Versuch, mit einem in dem Boden gedrückten Kopf unter einer Gesichtsplatte ein höfliches "Du stehst mir im Gesicht" zu brabbeln) in voller Lautstärke auf sein Versehen aufmerksam. Ich wurde und war erleichtert.


    Ausrüstung ca. 1180

    Nach der Schlacht (die Normannen haben an jenem Tage leider verloren) blickte ich auf meinen Helm, streichelte mit den Fingern über die massive Platte, die mein Gesicht vor nachteilhafter Kompression bewahrt hatte (mir kam später das Lied "Ich kenne alles" von In Extremo in den Sinn, wo es heißt: "Ich erkenn' den Narren / am Breigesicht"), und fuhr abermals tastend über meine Nase und Wangen. Alles heil! Seitdem liebe ich meinen Helm.

    Spruch:
    Lobe nicht den Tag, bevor der Abend gekommen;
    ein Weib, bevor sie verbrannt;
    ein Schwert, bevor es erprobt;
    eine Jungfrau, bevor sie verheiratet;
    Eis, bevor es überquert;
    Bier, bevor es getrunken ist.

    Altnordisches Sprichwort

    Aufsätze:
    Belagerungswaffen: Die Pierrière
    Die Normannenstürme 793 - 1066
    Der Teppich von Bayeux
    Rittertum im 12. Jahrhundert
    Der Zweite Kreuzzug 1147 - 48

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